Interview


"Wir haben getüftelt und gegrillt bis wir keine Steaks mehr sehen konnten.“

Wie kommt man darauf, selbst einen Grill zu entwickeln?


Christoph Sell: Wir lieben es einfach zu grillen. Schon lange bevor Grillen so ein Mega-Trend geworden ist. Wir haben die verschiedensten Grills ausprobiert und waren davon überzeugt, dass wir das besser können. Es gibt ja sehr viele minderwertige Produkte auf dem Markt…

Ronny Eick: …und sehr viele hässliche. Ich bin Handwerker, kann schweißen und habe lange Erfahrung in der Industrie im Umgang mit Metall. Beim Grillen spielen viele verschiedene Komponenten eine Rolle. Also haben wir lange experimentiert, wie wir einen optimalen Grill bekommen. Wir haben gegrillt und getüftelt und sehr viel dabei gelernt.




Und irgendwann ist eure Bowl dabei herausgekommen?


Christoph Sell: Wir haben als erstes mit dem Feuer und der Grillschale, also unsere Bowl, die die ideale Form hat, rumgetüftelt. Mit unserer speziellen Einlegeplatte war die Luft-Zirkulation sehr gut. Erst danach haben wir uns an die Entwicklung des Sockels gemacht. Dieser musste zur Bowl passen, damit es ein stimmiges Bild ergibt. Der Grill sollte eine Höhe von etwa 90 cm bekommen. Damit man sich nicht verrenkt, sondern bequem am Grill stehen kann.

Ronny Eick: Unser Prototyp war dann sozusagen fertig. Danach haben wir am Material gefeilt, die Fertigung technisch immer weiter verbessert. Schließlich muss unsere Bowl solide sein. Wir wollen nicht nur optisch ein Highlight schaffen, sondern auch mit unserer Qualität überzeugen.




Dann wird Grillen zur beruflichen Pflichtübung?


Ronny Eick: Vor allem im Jahr 2018 war das ein exzessives Grillen vom Frühjahr bis zum Herbst. Wir waren fast täglich an der Bowl und haben ausprobiert, was man alles auf der Grillplatte zubereiten kann. Nach der Saison konnten wir fast keine Steaks mehr sehen.

Christoph Sell: Die BBQ Bowl hat jedenfalls alles überstanden. Extremes Einheizen, Regen, Dauergrillen. Dabei haben wir sie immer weiter optimiert.




Einen Weber-Grill findet man in jedem 3. Vorgarten. Was kann eure Bowl, was ein Weber nicht kann?


Ronny Eick: Zwiebelringe anrösten. (lacht)

Christoph Sell: Wir wollen uns nicht mit anderen Anbietern vergleichen. Jeder soll sich den Grill anschaffen, der zu ihm passt. Unsere Bowl lebt von dem Spiel mit dem Feuer. Sie strömt eine Gemütlichkeit aus, eine besondere Atmosphäre. Grillen mit Brikett-Kohle oder am Gasgrill ist einfach etwas völlig Anderes. Auf dem Grillring der Bowl grillt man wie in einer Pfanne, man kann mit Flüssigkeiten experimentieren. Spiegelei gelingt auf einem Grillrost eben nicht.

Ronny Eick: Aber wenn man an der Bowl ein Steak ganz gewöhnlich grillen möchte, dann setzt man den Grillrostaufsatz oben drauf und los geht’s.




1000 Euro muss man für einen Grill erstmal investieren - wer soll eure Bowl kaufen?


Ronny Eick: Jeder der es liebt zu grillen, der wert auf hochwertige und langlebige Handarbeit legt. Für einen Gasgrill kann man heute auch schon mehr als 1000 Euro ausgeben. Viele Grills sind aus 1,5 Millimeter dickem Blech, Made in Was-weiß-ich-wo. Nach drei Jahren sind die durchgerostet…

Christoph Sell: Bei uns grillt das Auge mit. Ästhetik und Qualität sind starke Argumente für die Bowl. Dann ist es einfach kommunikativ, an der Bowl zu stehen, gemeinsam mit Freunden.




Jetzt habt ihr eine neue Bowl entwickelt, die tiny Bowl. Was unterscheidet sie von den anderen?


Christoph Sell: Im Gegensatz zu Bowl L oder XL, die ideal für einen Garten sind, wollten wir das Bowl-Feeling auf den Balkon bringen. Die tiny Bowl ist für diejenigen, die keinen eigenen Garten haben oder für Leute, die einfach keinen Platz haben. Man kann ihn zum Campen mitnehmen. Oder natürlich als Zweit- oder Drittgrill verwenden. (lacht)

Ronny Eick: Im Gegensatz zu den großen Geschwistern befeuert man die tiny Bowl mit Holzkohle.




Qualität beim Grill ist das Eine, aber kommt es nicht vor allem auf Qualität auf dem Teller an?


Christoph Sell: Wir sehen uns als Gegenentwurf zum Billig-Trend beim Essen. Wir brauchen generell eine höhere Wertschätzung für das, was auf den Tisch kommt. Hochwertige Lebensmittel, frische Kräuter, Gewürze oder Dips und natürlich Zutaten aus der Region. Dazu passt ein Grill, der in Deutschland gefertigt worden ist doch ideal.

Ronny Eick: Egal, was grillt, mit gutem Handwerkszeug wird es besser und die Zubereitung macht mehr Spaß.




Was bereitet ihr selbst am liebsten auf der Bowl zu?


Ronny Eick: Vieles. Burger zum Beispiel. Käse unter der BBQ Bowl Haube schmelzen lassen…

Christoph Sell: Bei mir sind es Steaks und Garnelen. Dazu angeröstete Kartoffelecken und Sauce Hollandaise. Natürlich auf einem Topf auf der Bowl zubereitet.




Welches Grillerlebnis werdet ihr so schnell nicht vergessen?


Christoph Sell und Ronny Eick: Mit Sicherheit die Saisoneröffnung 2019. Dann gab es noch einige private Grillfeiern mit 40 Gästen und mehr. Das war schön familiär - und eigentlich hatten wir immer Glück mit dem Wetter.





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